Wagrienring 40a, 23730 Sierksdorf
+49 4561 39 79-0
Info@knop-energietechnik.de

Was ist ein Solarspeicher und wann lohnt er sich?

Created with Sketch.

Was ist ein Solarspeicher und wann lohnt er sich?

Solarspeicher einfach erklärt: So funktioniert die Zwischenspeicherung

Eine Photovoltaikanlage produziert die meiste Energie mittags, wenn im Haushalt oft niemand da ist. Genau hier setzt ein Solarspeicher an: Er speichert überschüssigen Solarstrom zwischen und stellt ihn abends, nachts oder an trüben Tagen wieder bereit. Statt den nicht genutzten Strom für wenige Cent ins Netz einzuspeisen, verbrauchen Sie ihn später selbst und ersetzen damit teuren Netzstrom.

Technisch handelt es sich meist um einen Lithium-Ionen-Akku, der zwischen Wechselrichter und Hausnetz sitzt. Wie der erzeugte Gleichstrom überhaupt haushaltstauglich wird, erklären wir im Ratgeber dazu, wie ein Wechselrichter in der Solaranlage arbeitet. Der Speicher lädt sich tagsüber aus dem Solarüberschuss und entlädt sich, sobald der Verbrauch die aktuelle Produktion übersteigt.

Diese Vorteile bringt ein Stromspeicher im Alltag

Der zentrale Nutzen liegt im höheren Eigenverbrauch. Ohne Speicher nutzen die meisten Haushalte nur rund ein Drittel ihres Solarstroms selbst, mit Speicher steigt dieser Anteil auf 55 bis 70 Prozent. Dadurch sinkt die Menge an teuer zugekauftem Netzstrom spürbar. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Mehr Unabhängigkeit vom Stromanbieter und steigenden Netzstrompreisen
  • Höherer Autarkiegrad, also ein größerer Anteil selbst gedeckten Strombedarfs
  • Nutzung des eigenen Solarstroms auch am Abend, wenn der Verbrauch typischerweise hoch ist
  • Optionale Notstromfunktion, die bei Netzausfall wichtige Verbraucher weiter versorgt

Gerade weil die Einspeisevergütung über die Jahre deutlich gesunken ist, wird der selbst genutzte Strom immer wertvoller. Jede eingesparte Kilowattstunde Netzstrom ist heute mehr wert als die Vergütung für eingespeisten Strom. Das verschiebt die Rechnung klar in Richtung Eigenverbrauch.

Wann sich ein Solarspeicher wirklich lohnt

Ob sich die Anschaffung rechnet, hängt stark vom eigenen Verbrauchsverhalten ab. Als Faustregel lohnt sich ein Speicher besonders ab einem Jahresverbrauch von rund 4.000 bis 5.000 Kilowattstunden. Wer viel Strom abends und nachts nutzt, profitiert stärker als ein Haushalt, der ohnehin fast nur tagsüber verbraucht.

Ein Speicher wird außerdem attraktiver, wenn der Strombedarf perspektivisch steigt. Wer eine Wärmepumpe für Lübeck und Umgebung plant oder ein E-Auto laden möchte, erhöht den Eigenverbrauch und damit den Nutzen des Speichers deutlich. In folgenden Situationen ist ein Solarspeicher besonders sinnvoll:

  • Ein großer Teil des Verbrauchs fällt in die Abend- und Nachtstunden
  • Zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox sind vorhanden oder geplant
  • Die Photovoltaikanlage erzeugt regelmäßig mehr Strom, als tagsüber verbraucht wird
  • Unabhängigkeit vom Netz und Schutz vor steigenden Strompreisen haben hohe Priorität

Kosten und Wirtschaftlichkeit im Überblick

Die Anschaffungskosten sind der größte Hebel für die Wirtschaftlichkeit. Ein sinnvoll dimensionierter Speicher kostet je nach Kapazität grob zwischen 4.000 und 13.000 Euro inklusive Installation. Die folgende Tabelle gibt eine praxisnahe Orientierung zu Größen, Kosten und Leistungsdaten.

SpeichergrößeTypische Kosten (Kauf + Installation)Passend für
5 kWh4.000 – 6.000 EuroHaushalt bis ca. 3.500 kWh/Jahr
8 – 10 kWh6.000 – 9.000 EuroFamilie, 4.000 – 5.000 kWh/Jahr
12 – 15 kWh9.000 – 13.000 EuroWärmepumpe oder E-Auto im Haus
Nutzbare Ladezyklen6.000 – 10.000 ZyklenLebensdauer ca. 12 – 20 Jahre
Eigenverbrauch ohne Speicherca. 25 – 35 ProzentNur Verbrauch am Tag
Eigenverbrauch mit Speicherca. 55 – 70 ProzentTag- und Nachtnutzung

Wichtig ist die richtige Dimensionierung: Ein zu großer Speicher wird selten voll genutzt und verlängert die Amortisationszeit unnötig. Als grobe Orientierung gilt etwa 1 Kilowattstunde Speicherkapazität pro 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. So finden Sie in vier Schritten zur passenden Auslegung:

  1. Jahresstromverbrauch aus der letzten Abrechnung ermitteln
  2. Erzeugungsleistung der geplanten oder bestehenden PV-Anlage prüfen
  3. Verbrauchsverhalten über den Tag realistisch einschätzen
  4. Speichergröße passend zu Verbrauch und Erzeugung wählen, nicht zu groß

Nachteile und Grenzen ehrlich betrachtet

Ein Speicher ist kein Selbstläufer. Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich je nach Strompreis und Nutzung oft erst nach zehn bis fünfzehn Jahren. Auch die Lebensdauer der Batterie ist begrenzt, meist auf 6.000 bis 10.000 Ladezyklen. Fällt die Amortisation nah an die Lebensdauer, bleibt der wirtschaftliche Vorteil überschaubar.

Hinzu kommt: Ein Standardspeicher überbrückt nur kurze Zeiträume und ersetzt keine Notstromversorgung über Tage. Für die meisten Haushalte überwiegen bei passender Auslegung dennoch die Vorteile, weil der Wert des selbst genutzten Stroms mit jeder Strompreiserhöhung steigt. Eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung vor dem Kauf ist deshalb entscheidend.

Neu planen oder nachrüsten: Was Sie beachten sollten

Ein Speicher lässt sich sowohl direkt mit einer neuen Anlage als auch nachträglich installieren. Bei der gemeinsamen Planung von Photovoltaik in Schleswig-Holstein lassen sich Wechselrichter und Speicher optimal aufeinander abstimmen, was Kosten spart und die Effizienz erhöht.

Beim Nachrüsten kommt es auf die Kompatibilität mit dem bestehenden Wechselrichter an. Ein sogenanntes AC-gekoppeltes System lässt sich fast immer nachrüsten, unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter. Ob Neuanlage oder Erweiterung einer bestehenden Solaranlage in Lübeck: Eine fachgerechte Beratung klärt vorab, welche Lösung technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haushalt passt. Fragen zu Ihrem konkreten Projekt beantworten wir gern über unser Kontaktformular.

Häufige Fragen zum Thema Solarspeicher

Was ist ein Solarspeicher einfach erklärt?

Ein Solarspeicher ist ein Akku, der überschüssigen Strom aus der Photovoltaikanlage zwischenspeichert. Der Strom steht dann abends oder nachts zur Verfügung, statt günstig ins Netz eingespeist zu werden.

Ab welchem Stromverbrauch lohnt sich ein Speicher?

In der Regel wird ein Speicher ab etwa 4.000 bis 5.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch wirtschaftlich interessant. Entscheidend ist zusätzlich, wie viel Strom abends und nachts verbraucht wird.

Wie lange hält ein Solarspeicher?

Moderne Lithium-Ionen-Speicher halten meist 12 bis 20 Jahre beziehungsweise rund 6.000 bis 10.000 Ladezyklen. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Nutzung und Qualität ab.

Was kostet ein Solarspeicher?

Je nach Kapazität liegen die Kosten inklusive Installation grob zwischen 4.000 und 13.000 Euro. Ein 8- bis 10-kWh-Speicher für eine Familie kostet meist rund 6.000 bis 9.000 Euro.

Kann ich einen Speicher nachrüsten?

Ja, ein Speicher lässt sich in den meisten Fällen nachrüsten. AC-gekoppelte Systeme funktionieren unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter und sind daher besonders flexibel.